SPD Stuttgart-West

Das neue „Haus des Tourismus“ soll ein Haus für alle Stuttgarterinnen und Stuttgarter werden

Veröffentlicht am 05.03.2021 in Standpunkte

Was macht unsere Region aus? An was denkt man, wenn man an Stuttgart denkt? Ist es der VfB, das Daimler-Museum, unsere Oper oder vielleicht ein Steillagen-Wein?

Doch nicht nur darüber, was man in Stuttgarts Schaufenster stellen würde, sondern auch wo dieses Schaufenster steht, war zuletzt Anlaß zur Diskussion im Gemeinderat. Grund? Das Breitling-Haus am Marktplatz im Herzen der Stadt steht leer.

Nach Bekanntwerden der Geschäftsaufgabe der Firma Breitling im Sommer, hat sich die Stuttgart Marketing GmbH an ein Konzept für ein Haus des Tourismus am Stuttgarter Marktplatz gemacht. Nicht nur der Aufsichtsrat, auch die Fraktionen waren hier früh eingebunden.

Das Konzept für ein Haus des Tourismus sieht ein öffentliches, belebtes Erdgeschoss vor, das nicht nur den Aushängeschildern unserer Region Platz bietet, sondern gleichzeitig eine Anlaufstelle für Kunst-, Kultur- und Sportveranstaltungen in der Landeshauptstadt ist. Auch die Tourismus Marketing BW soll unter das Dach schlüpfen. Die Landeshauptstadt selbst realisiert dort Tagungs- und Fortbildungsräumlichkeiten.

Uns gefällt diese Idee eines Hauses des Tourismus. Nicht nur weil wir mehr Touristinnen und Touristen in Stuttgart willkommen heißen wollen, sondern weil bereits jetzt mehr als die Hälfte des Angebots der Stuttgart Marketing von den Stuttgarterinnen und Stuttgartern selbst wahrgenommen wird. Unsere Stadt begeistert Gäste, aber auch uns selbst. Und das soll sie auch, ganz prominent am Rathaus. Wir sehen es als Chance, um Einzelhandel, Gastronomie, aber vor allem der Kultur- und Kunstszene nach der Corona-Pandemie den Rücken zu stärken und den Marktplatz ganz neu zu beleben. Und wenn wir wollen, dass unsere Stadt weiterhin von einem so vielfältigen und bunten Stadtleben geprägt ist, dann müssen wir sie wiederbeleben an sieben Tagen die Woche, von früh bis spät. Das Haus des Tourismus ist ein Weg dorthin. 

Sehr gerne hätten wir als Stadt das Gebäude von der Familie Breitling erworben, doch mehr als zu einem Vorkaufsrecht konnten sich die Familienmitglieder leider nicht durchringen. Sicherlich hätten wir so ganz neue Möglichkeiten zur Entwicklung mitten in Stuttgarts Herzen gehabt. Gerne hätten wir gemeinsam mit der Stuttgarter Stadtgesellschaft ganz grundlegend die „gute Stube“ diskutiert, um so auch kurzfristig reagieren zu können. Doch an einem eingespielten Beteiligungsformat mangelt es in der Stadt und in Sachen Partizipation ist man in den letzten acht Jahren leider nicht sehr viel weitergekommen.

Eine Debatte, die dennoch geführt wurde, war über ein Haus der Kulturen oder eine Mischung aus beidem – also ein Haus der Kulturen und des Tourismus. Doch so sehr wir hinter einem solchen Haus der Kulturen für die 180 Nationen, die unsere Stadt beheimatet, stehen, so entspricht das Breitlinggebäude mit weniger als der Hälfte des benötigten Platzes, nicht den Vorstellungen, die mit einem solchen Haus einhergehen. Zudem steckt das Projekt, das langfristig im Rosensteinquartier angesiedelt sein soll, mitten im Beteiligungsdialog und ist von einem konkreten Konzept noch weit entfernt.

Was in der Diskussion jedoch deutlich geworden ist: Die Menschen wünschen sich ein Interim oder ein Labor für ein solches Haus der Kulturen, das im Rosensteinquartier entstehen soll. Das unterstützen wir ausdrücklich. Wichtig für uns ist uns auch der Wunsch der Bürgerinnen und Bürger aus Stadtmitte. Sie wollen, wie es dies in anderen Bezirken gibt, eigene Räumlichkeiten, die die Menschen vor Ort nutzen können. Hierfür haben wir uns eingesetzt und dies wird nun realisiert.

Wir, als SPD-Fraktion im Stuttgarter Rathaus, freuen uns über ein Haus des Tourismus und darüber, wie bunt und belebt der Marktplatz in Zukunft sein wird.

Lucia Schanbacher
Klima-, Energie- und Wirtschaftspolitische Sprecherin  der SPD-Fraktion im Rathaus
Betreuungsstadträtin für Stuttgart West, -Süd und -Vaihingen

 

Homepage Die SPD im Stuttgarter Rathaus

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