SPD Stuttgart-West

Die doppelte Lücke

Veröffentlicht am 05.08.2021 in Standpunkte

„Die ganze nationalsozialistische Agitation ist ein dauernder Appell an den inneren Schweinehund im Menschen“, so Kurt Schumacher, Stuttgarter Reichstagsabgeordneter, am 22. Februar 1932 im Parlament der ersten deutschen Demokratie. Er verteidigte diese Demokratie gegen die Nationalsozialisten und musste dafür schwer büßen.

Am 6. Juli 1933 wurde er verhaftet und wenige Wochen später auf den Kuhberg in „Schutzhaft“ genommen. Dort traf er auf weitere Sozialdemokraten. Insgesamt sieben Stuttgarter SPD-Stadträte wurden nach den Wahlsiegen der Nazis verhaftet und auf den Kuhberg gebracht: Gotthilf Bayh aus der Hackstraße, Josef Eckle und Christian Härle aus dem Stuttgarter Westen, Eugen Linse aus Weilimdorf, Alois Miller aus Stuttgart-Nord, Franz Engelhardt und Richard Öchsle aus Cannstatt.

Es gibt keinen Ort im Stuttgarter Rathaus, wo an diese ehemaligen Kollegen gedacht wird. Gleiches gilt für ehemalige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadt, die wegen der Nazis ihren Job oder noch mehr verloren haben. An diese und andere Lücken im Stuttgarter Rathaus erinnert der Film „Die doppelte Lücke“, eine Stolperkunst-Filmproduktion, die vom Hotel Silber e.V. gemeinsam mit dem Theater La Lune realisiert und in der letzten Sitzung des Gemeinderats vor der Sommerpause erstmals öffentlich gezeigt wurde (Hier kann man sich den Film anschauen; https://hotel-silber.de/?p=5063). Diese Erinnerungsarbeit ist wichtig, denn auch heute ist unsere Demokratie in Gefahr. Sie lebt von Voraussetzungen, die sie selbst nicht schaffen kann, und so sind wir alle gefordert, wenn es menschlich zugehen soll und die Würde jedes Menschen unantastbar bleibt. Dafür arbeiten Stuttgarter Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten seit über hundert Jahren – auch heute.

Homepage Die SPD im Stuttgarter Rathaus

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