SPD-Antrag zur Johannesstrasse beschlossen

Veröffentlicht am 18.06.2016 in Bezirksbeirat

In der letzten Sitzung des Bezirksbeirats Stuttgart-West wurde ein Antrag der SPD-Fraktion, der einige Ergänzungen zur Neugestaltung der Johannesstraße enthielt, angenommen.

In dem Antrag ging es vor allem darum, die Verkehrssicherheit für Fußgänger*innen zu gewährleisten und die Gestaltung stärker am historischen Vorbild auszurichten, als dies im bisherigen Musterabschnitt der Fall ist. Auch die Gestaltung und Position der Sitzgelegenheiten im Musterabschnitt ist unserer Ansicht nach noch verbesserungsbedürftig.

Antragstext:

Der Bezirksbeirat Stuttgart-West bittet die Verwaltung, in  Abstimmung zwischen Tiefbauamt und Stadtplanungsamt zu prüfen, inwieweit im Zuge der Sanierung S28 Verbesserungen im Sinne einer stärkeren Orientierung am historischen Vorbild für den zweiten Abschnitt der Neugestaltung der Johannesstraße (Ludwigstraße – Schlossstraße) gegenüber dem fertiggestellten Musterabschnitt (Gutenbergstraße – Ludwigstraße) möglich sind.

Insbesondere soll geprüft werden,

  • entsprechend dem historischen Profil die Bordsteinkante zwischen Gehwegplatten und dem gepflasterten „Kandel“ mit einem kleinen Höhenversatz (entsprechend der Gehwegsanierung vor der Sporthalle des Friedrich-Eugens-Gymnasiums) abzugrenzen, um dadurch die unterschiedlichen Funktionen der Flächen hervorzuheben und die Längs-Ausrichtung von Gehweg und Kandel zu stärken,
  • die Längsausrichtung des „Kandels“ entsprechend dem historischen Zustand zu betonen, indem die Baumbeete (die eine überdurchschnittliche und ungewöhnliche Größe von ca. 25 m² gegenüber dem Standard von 12 m² aufweisen) um ca. 1 m verkürzt werden, so dass sie nicht mehr so weit in das „Kandel“-Längsband hineinragen,
  • die Aufstellflächen für Fußgänger/innen zum Queren der Johannesstraße (an Ludwig- und Leuschnerstraße) zu verbreitern, indem die Baumbeete um eine Gehwegplattenreihe verkleinert werden, um damit an der Johannesstraßen-Kante eine geradlinige Aufstellfläche für ein sicheres Überqueren der Fahrbahn zu ermöglichen,
  • die Sitzgelegenheiten statt mit Blickrichtung zur Fahrbahn oder zu den Hauswänden um 90 Grad zu drehen, so dass die Blicke in Richtung der Johannesstraße schweifen können,
  • die Möblierung mit Bänken und Bewegungselementen nach einem erkennbaren Konzept statt nach dem Zufallsprinzip zu  gestalten. 

Begründung:

Die Erneuerung der Johannesstraße ist in den kommenden Jahren eines der großen Freiraumprojekte im Stuttgarter-Westen.Die Erwartungen und Anforderungen an diese Verkehrs- und Naherholungsfläche sind hoch.

Die Fahrbahn dient dem motorisierten Individualverkehr (MIV), dem Radverkehr und abschnittsweise auch der Linie 42 (ÖPNV), Parkstände dienen dem Ruhenden Verkehr, der Gehweg den Passanten und der „Kandel“ als Entwässerung. Diese Anforderungen müssen weiterhin gewährleistet bleiben.

Galt das gestalterische Augenmerk der Sanierung der 70er Jahre noch stark der Zufriedenstellung des Autoverkehrs, so rückt gegenwärtig immer mehr die Aufenthaltsqualität des öffentlichen Raums für alle Bürgerinnen und Bürger in den Vordergrund. Hinzu kommt der Wille zur Förderung vorhandener historischer Qualitäten.

Seit einem Jahr ist der Musterabschnitt zwischen Gutenberg- und Ludwigstraße fertiggestellt. Durch diese bauliche Maßnahme hat die Johannesstraße eine Aufwertung erfahren. Der Straßen- und Gehwegbelag sind seither in einem für alle Verkehrsteilnehmer sehr guten Zustand, und auch der „Kandelbelag“ wurde wieder hergestellt, die Pflanzbeete neu eingefasst, Bewegungsobjekte und Bänke aufgestellt.

Da die Finanzierung des Musterabschnitts mit dem schmalen Budget der STEP Mittel auskommen musste, zeichnet der Musterabschnitt die autogerechte Straßengestaltung der 70er Jahre nach. Die Möglichkeit, die Struktur des historischen Straßenprofils noch mehr zu stärken, den Flaniercharakter der ehemals nobelsten Straße Stuttgarts zu fördern, erscheint nicht hinreichend ausgeschöpft.

 

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